Die Orphisch-Musische Erziehung
Die Orphisch-Musische Erziehung

Die Orphisch-Musische Erziehung

Der Mensch ist ein Werdender. Und als solcher wird er uns in Kindergarten und Schule anvertraut. Die Grundlage seiner Weiterentwicklung findet er in seinem Leib und dessen Beziehung zur Welt. Im ersten Vortrag der Allgemeinen Menschenkunde weist Rudolf Steiner in aller Deutlichkeit darauf hin, wie wesentlich es in Unterricht und Erziehung ist, beschäftigt zu sein „mit Gedanken vom werdenden Menschen.“

Ein Garant dafür, dieses nie aus dem Bewusstsein zu verlieren, ist der Umgang mit der Kunst und hier zuvorderst mit der Musik. Im Musikalischen ist immer Bewegung und Atem, nie Stillstand und Trennung. Wenn alles Gewordene aus der Musik heraus gebildet ist, so liegt es auf der Hand, auch das Werdende – das Kind, seinen Leib und seine Beziehung zur Welt – durch sie zu bilden. Die Methodik aber wird ganz vom Künstlerisch-Musikalischen geprägt. Bis in die Begriffsbildung ist es möglich, die atmende Bewegung des Musikalischen als lebendigen Keim zu veranlagen.

Die Orphisch-Musische Erziehung durchwirkt die Pädagogik Rudolf Steiners mit ihrem künstlerisch-musikalischen Ansatz und macht sie für unsere Zeit und in die Zukunft hinein in allen ihren Facetten  unmittelbar wirksam. Die Orphisch-Musische Erziehung ist durch Atmani entwickelt und aus der Pädagogik Rudolf Steiners hervorgegangen. Sie wird in Hirschhorn im „Haus des Gesanges“ unterrichtet. 

Orpheus

Orpheus, der Namensgeber der Orphisch-Musischen Erziehung, gilt als der berühmteste Sänger und Dichter des griechischen Altertums.

Er stammte aus Thrakien, dem Land des Lichts und der Heimat der Musen. Seine Mutter, die Muse Kalliope, lehrte ihn auf der Lyra spielen, die er einst von Apollo geschenkt bekommen hatte. Die sieben Saiten der „Leier des Orpheus“ umfassen das ganze Weltall. Jede von ihnen entspricht einer eigenen Gesetzmäßigkeit.

Orpheus sang so herzzerreißend schön, dass Menschen, Tiere und Pflanzen sich um ihn scharten, um seinen Klängen lauschen zu können. Selbst Steine vernahmen zutiefst bewegt seine ­Melodien.